Eigentlich stapeln sich hier vielen Ideen für neue Artikl, dazu fehlt die ausführliche Reiseberichterstattung aus Chengdu und ganz generell das ein oder andere Lebenszeichen von mir. Aber: No way! Bei so einem Tag nörgel ich jetzt lieber eine Runde.
Ok, ich gebe es zu, in diesem Moment bin ich besänftigt. Wir sind im “King Coffee” – vorbei die kilometerlangen Märsche der Suche nach diesem kleinen Starbucks-Klon der letzten Wochen. Aber eigentlich wollten wir in die Stadt zu Starbucks. Aber da dieses Land einen täglich neu überrascht, waren es heute die Taxifahrer, die plötzlich irgendwelche Schilder hinter der Scheibe hatten, dass sie irgendwas zwischen 16 und 17 Uhr tun oder eben nicht tun. Nach dem vergeblichen Anhalten von fünf (!) Taxis war klar: Sie tun etwas nicht, und zwar in die Stadt fahren. Wieso auch immer, vielleicht wissen sie es selber nicht. So haben wir eben eine Örtlichkeit aufgesucht, die zu Fuß zu erreichen ist:
“King Coffee”
Hier ist es warm, ich habe einen tollen Kaffee, der ganz dem Namen nach wirklich schmeckt, als hätte man den sonst beigelegten Keks eingeschmolzen und eingerührt. Und es gibt tolle Wellen zum surfen. Deutlicher gesagt: Das Internet funktioniert hier gerade traumhaft.
Rückblick: Während vor unserer Reise nach Chengdu das Wohnheim noch durch akzeptablen Zugang zur Datenautobahn glänzte, wusste es die letzten Tage mit Verbindungsabbrüchen und narkolepsieähnlichem Verhalten zu erheitern. Wobei “erheitern” durch eine Beleidigung eurer Wahl zu ersetzen ist.
Ich sage das jetzt einmal ganz generell, so als Lebensmotto: “Langsam” macht mir nichts aus, solange man sich kontinuierlich und ohne Unterbrechungen seinem Ziel nähert. (Denkpause. Schmunzeln.) Also ich habe jetzt auch den Faden verloren. Das Internet im Wohnheim treibt mich in.. die arme der Kaffeemafia. Und hier lade ich jetzt die restlichen neuen Folgen von “Mein Semester in Xi’an” hoch, der heiteren Reis-Soap.
Zum eigentlich Thema, Genörgel über den heutigen Tag:
Von Malte und Dennis begrüßten mich heute Morgen eiskalte Blicke. Ja, offenbar hatte nicht nur ich kalt duschen müssen. Ich finde übrigens, dass es auch so ganz generell kühl geworden ist in diesem Land. In Chengdu hatten wir noch so schöne Sonne, hier wird meine kurze Hose wohl nicht mehr zum Einsatz kommen.
Nach der Vorlesung, in der ich übrigens ständig peinlich gähnen musste, waren Malte und ich in der Mensa und dort durfte ich mir einmal mehr sagen lassen, dass ich wohl etwas empfindlich bin was Schärfe angeht. Ich gebe zu: Es stimmt.
Etwas später befanden wir uns bei “China Mobile”, wo nach wenigen Minuten auf den blauen Stühlen auch wir verstanden hatten, wo und wie man diese hübschen arbeitsamtähnlichen Wartemarken bekommt. Auf dem bunten Bildschirm mit komischem Motiv einfach auf den unbeschrifteten orangenen Kreis patschen. Achso!
Trotz intensiver Bemühungen, auch von umstehenden Passanten mit leichten Englischkenntnissen, konnten wir unser Problem leider nicht lösen und können so auch weiterhin nicht nach Deutschland telefonieren. Das liegt JETZT aber irgendwie auch an uns, man hat ja guten Willen gezeigt: Für 1000 RMB, also in etwa nur portokassenähnlichen 100€, wollte man uns für “Internationl calls” freischalten. Fragende Gesichter bei allen in der Nähe, wieso wir dieses großzügige Angebot abgelehnt haben.
Gut, Guthaben aufzuladen hat perfekt funktioniert und hat keine Minute gedauert. Mit einem Geldschein wedeln und auf sein Handy zeigen – das internationale Zeichen für “Mach ma’ druff!”.
Also ich ziehe das Tempo hier jetzt einmal an, das liest hier ja sonst keiner. Irgendwie merke ich gerade, dass es auch nicht funktioniert glaubhaft zu nörgeln, wenn man eigentlich gerade durch Cookie-Coffee besänftigt ist.
Hm, aber gerade läd hier ja schon wieder nichts mehr. Ich hole mir noch einen Kaffe. Kaffee ist gut für mich, Kaffee besänftigt mich.
4 Kommentare
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Katha
Olympiapark-Video Sekunde 26 bis 38 ist … amüsant!
12.10.2009, 15:10 Uhr
Julian
Oh ja! Ich kann mir das ja so bildhaft vorstellen – ihr im China Mobile Shop *grins*
Hoffentlich besänftigt der normale Kaffee noch lang genug – nicht, dass der später noch “mit Schuss” sein muss, um zu wirken!
12.10.2009, 19:14 Uhr
Paul
“Kaffee ist gut für mich, Kaffee besänftigt mich.”
Kaffee bringt dich vor allem zu einem…zum Rumhibbeln!
Videos, einfach nur genial! Vor allem zum Video auf der Mauer wären mir gleich zwei Insider eingefallen…schade das du nicht hier bist ;-)
Übrigens der Engländer im Hintergrund, auf den musst du mal achten, in dem Ton sagt man das übrigens: “Oh look, its a Bird-house!” :D
13.10.2009, 22:12 Uhr
Helmut Ketz
Hab ich euch doch gesagt: King’s Coffe und ein paar Häuser weiter gibt’s im 1. Stock noch ein “schnelles” Internetkaffee.
Wegen China Mobile ggf. Yin um Hilfe bitten; günstiger ist es, wenn ihr von Deutschland aus angerufen werdet – am besten auf Festnetz …
… und vergesst das Studieren nicht :;-
14.10.2009, 13:55 Uhr