Auch wenn selbst meine WG-Mitbewohner in Deutschland zu Beginn meines Studiums etwas verwirrt waren: Ich bin kein ESBler! Aber hätten sie heute im Sheraton Hotel in Xi’an Berliner gehabt, ich hätte mich gefreut und sie gegessen.
Aber der Reihe nach. Am Dienstag hatte uns der Leiter des Auslandsamtes während “Chinese Language” gesagt, dass unsere Vorlesung am Freitag ausfällt und wir zu einem Seminar eingeladen sind. Ein Professor aus Deutschland sei zu Gast, Prof. Dr. Lassleben von der ESB Reutlingen.
So waren wir am Freitag pünktlich um 1:20pm am Treffpunkt, gespannt der Dinge, die uns erwarten sollten. Ein paar Minuten später saßen wir dann in einem kleinen Van. (Marvin später vor dem Rückweg: “Guckt mal, das ist ja ein Mercedes!” – Malte: “Das war er auf dem Hinweg auch schon.”)
Und plötzlich fuhren wir vorm Sheraton Hotel in Xi’an vor. Was für eine Ironie, nachdem wir hier an der Uni ja verheimlicht hatten, dass wir in Chengdu genau dort abgestiegen waren.
Dialog während wir in die Eingangshalle gehen: “Ich würde jetzt echt gerne filmen, aber das wäre schon ein bisschen peinlich.” – “Ja, filmen wäre cool…”
Ein paar Treppenstufen weiter oben vor den Konferenzräumen offenbarte sich mir, dass es eher zum schlechten Ton gehörte hier NICHT zu filmen und zu fotografieren. Kurze Zwischenfrage: Ob sie diesem einen Fotografen eigentlich mehr Geld bezahlen, wenn er noch 100 weitere Fotos von Europäern hat? Und noch mehr, wenn der eine auch noch seine komische neue Brille trägt und schlaubischlumpf-artig gen Beamer schaut?
Also das Seminar… Oder die Konferenz… Die… Zusammenkunft. Oder einfach nur Vorlesung. Man kann es auf so viele Arten benennen. Das Thema war Human resource management und Prof. Dr. Lassleben gab hier eine Vorlesung. Organisiert wurde das ganze von einer örtlichen Firma und unserer Uni. Ich scheue mich an dieser Stelle mehr über das Thema zu sagen. Ich bin doch kein ESBler. Schauen wir uns lieber ein Bild aus dem Konferenzraum an:

Seminar Culture & HRM
Irgendwie schien es niemanden gestört zu haben, dass wir einmal Informatiker werden und keine ESBler sind. Für ein paar Stunden gehörten wir einfach dazu, wir waren drei von ihnen!
Zweiterwähnenswerter Moment des Tages: Als eine Professorin unserer Uni vorne einen kurzen Monolog auf chinesisch hielt und plötzlich lächelnd auf uns zeigte. Alle schauten uns an. Wir lächelten. Hoffen wir, dass sie Nettes über uns gesagt hat.
Das ist jetzt vielleicht typisch für mich, aber am meisten Eindruck hat an diesem Tag das Essen auf mich gemacht. Ich meine, hallo, wir waren im Sheraton. Das waren in der Pause nicht nur Butterkekse und Ministücke Käsekuchen – nein. Das war nicht nur Nahrung. Das war Gebäck! Und Konfiserie! Und am Ende dann noch ein sehr reichhaltiges Buffet. Das Einzige was daran schlecht war, war die Tatsache, dass mir der Löffel mit einer Portion Vanilleeis direkt in die große Schokoladensoßenschale geplumst ist. Und selbst da war das Eis an sich am Ende nicht schlecht, sondern trotzdem lecker.
Am Ende gab es dann noch eine Tasche mit nettem Werbegeschenk der Firma, deren Name ich jetzt schon noch nennen sollte. Aber zunächst noch die Videoaufnahmen vom Tag:
http://www.vimeo.com/7304277“CIIS, China International Intellectech (Xi’an) Co. Ltd.” steht auf meiner Werbetasche. Damit zum Abschluss noch der peinlichste Moment des Tages, beim Weg zum Van (Mercedes, erwähnte ich?): “Die haben da so Tüten!!! Wieso haben wir keine Tüten???” (Ziemlich lauter, unabsichtlich arroganter Tonfall.)
Es stellte sich heraus: sie waren für uns. Die Mitarbeiterin trug sie nur zum Auto, damit man uns später damit überraschen konnte. Peinlich… Eigentlich bin ich doch so bescheiden. Und übrigens kein ESBler. Aber Berliner auf dem Buffet, das wäre noch was gewesen.
2 Kommentare
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Paul
“Eigentlich bin ich doch so bescheiden.”
Wer sind Sie und was haben sie mit Marvin gemacht!
… :-D
28.10.2009, 13:19 Uhr
Julian
*schmunzel* Ja ich kann mir das alles sehr gut vorstellen :-D
Es wird wohl langsam mit der bildhaften Sprache :-)
29.10.2009, 01:10 Uhr