Winterwunderland

20.11.2009 | Neuigkeiten

Es weht ein kalter Wind, hier in diesem Land, in dem es Nachts rumpelt und die Duschzeiten ein Staatsgeheimnis sind. Das wird ein wundervoller Winter! Oder eben ein Winter voller Wundern, ich weiß noch nicht.

Es ist sechs Minuten vor 4 Uhr in der Nacht zum Samstag. Ich habe gerade nichts zu tun, also schreibe ich ein paar Zeilen. Gut, eigentlich habe ich schon eine Aufgabe, nämlich eine Präsentation für Montag vorbereiten. Das ignorieren wir aber an dieser Stelle und kommen demnächst noch einmal drauf zu sprechen.

Heute “Topthema”: Es rumpelt! Und das seit ein paar Tagen die ganze Nacht. Es ist wie gesagt kurz vor 4 Uhr und sobald ich die Kopfhörer aus meinen Ohren ziehe, verstören mich komische Rumpelgeräusche aus dem oberen Stockwerk. Hin und wieder paaren sie sich mit Klopfgeräuschen an der Heizung.

Apropos “paaren”, nein es handelt sich nicht um Sex im oberen Stockwerk. Nicht nächtelang und dermaßen unrhythmisch. Oder? Andere Länder…

Nachdem ich die letzten Tage bereits Nachts davon (was meiner Meinung nach also nicht DAS ist) aufgewacht bin und dann nicht mehr einschlafen konnte, versuche ich mich jetzt einfach noch eine Runde so müde zu tippen, dass mir jegliche Geräuschkulisse egal ist.

Was die hier nur NACHTS renovieren? Es wird vielleicht für immer ein Geheimnis bleiben. Wie so Vieles in diesem Land.

Zugegeben, in schlechten Momenten macht mich die Situation gerade leicht agressiv, eigentlich schmunzel ich aber darüber und denke mir nur, dass es typisch für dieses Land ist. Drollig irgendwie.

Heimlich (nicht still…) wurden hier übrigens nun auch Duschzeiten eingeführt, die sich irgendwann am Morgen verstecken. Finde ich auf der einen Seite sehr gut, da in China genug Energie durch einglasige Fenster hinausgepustet wird – ich bin schließlich überzeugter partitieller Umweltschützer. Auf der anderen Seite bin ich erst richtig zufrieden, wenn ich es zuverlässig schaffe, die Duschzeit auch wahrnehmen zu können. Das ist wie in dieser Serie, wo sie immer durch verschiedene Welten “sliden” (ach, wie hieß diese Serie nochmal?) und dafür immer zu einer bestimmten Zeit ein offenes Tor zwischen den Welten erreichen müssen. Mein Zeitfenster öffnet sich später wieder ab 7 Uhr glaube ich…

Und sonst so? Heute waren wir sehr lecker beim Japaner essen, außerdem habe ich bei Walmart einen neuen Wasserhahn gekauft. Nun fehlt noch das passende Werkzeug (anderer Supermarkt) und es könnte sein, dass unsere Waschmaschine demnächst nicht mehr das komplette Badezimmer unter Wasser setzt. Ich muss mich da auch selber loben und sagen: Mensch, nur fast zwei Monate nach Einzug sind kleinere Reperaturen schon so gut wie erledigt. Ich sollte Werksstudent beim Klempner werden.

Morgen ist Samstag und neben der Arbeit an bereits erwähnter Präsentation fahren Malte und ich hinaus in die Welt, genauer gesagt ein paar Kilometer mit dem Taxi durch Xi’an. Wir besuchen einmal mehr einen Tempel und darauf freue ich mich, denn wir waren schon länger in keinem mehr. Davor essen wir in der Mensa und ich darf jetzt schon verraten, dass ich dieses Mal ganz ganz sicher endlich zu der Theke finden werde, hinter der es die Nudeln in der orangenen Schaale gibt. Wenn ich das dann auch noch bestellen kann, dann könnte es eine neue Gaumenfreude werden.

Jetzt verabschiede ich mich, demnächst mehr. Dann vielleicht auch vom Wintereinbruch in Xi’an, herabfallenden Baumstücken, meinem neuen Lammwollepulli oder meinem ganz persönlichen Kommentar zu “You’re eating like a chinese girl”.

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1 Kommentar

  • Katharina

    Ich glaub, jetzt weiß ich es: Rumpelstilzchen!!!!!!!!!!! *müde-und-angeschwippst-ins-bett-kipp*

    21.11.2009, 02:33 Uhr

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