Rückblick: Schönheitsklick

18.12.2009 | Neuigkeiten

War das für euch auch so kurz? Seid froh, dass ihr bei Langeweile wenigstens immer hier im Blog lesen konntet, das ist in weniger als einem Monat vorbei. Aber nicht heute: Hier sind Erinnerungen an die Photoshop-Frau.

Gleich in der zweiten Woche hier in Xi’an sollten wir für unsere Studentenausweise Passfotos machen lassen. Eigentlich wollten unsere Tutoren helfen, doch per Zufall entdeckten wir selber im Eingang zum Supermarkt einen kleinen Laden, der offenbar Passfotos anbot. Es war ein kleines Ladenlokal, mit zwei Computern, einem Fotodrucker und dem Gefühl, dass wir gerade genau in die Mittagspause platzen. Nachdem unsere Händen abgesprochen hatten, was wir gerne hätten und ich sogar richtig erraten hatte, dass die zwei Preise auf dem Stück Papier “jetzt mitnehmen” und “morgen abholen” bedeuten, konnte es losgehen.

Im Hinterzimmer stand eine Leinwand und mit einem gekonnten Handgriff wurde die Blitzaperatur betriebsbereit gemacht. Nein, ich hätte solche Technik in diesem Hinterzimmer, wo direkt neben dem Stativ ein Mitarbeiter sein Mittagessen verspeiste, nicht erwartet. Aber dieser kleine Laden sollte uns noch mehr zu überraschen wissen.

Man kann das ja ruhig einmal offen schreiben: Ich war ein wenig besorgt, weil ich an diesem Tag einen dicken Pickel mitten auf der Stirn hatte, welcher sich dann auch sehr prominent ins Bild geschmuggelt hatte. Ich glaube, er liebte das Rampenlicht. Ich an diesem Tag nicht.

So zog die Mitarbeiterin also dieses Foto auf den Computer und betrachtete es auf dem Röhrenmonitor. Ich schätze sie war um die 30 und – das meine ich jetzt durchweg positiv – eher der mütterliche Typ. In jedem Fall wirkte sie nicht so, als ob sie mich beim Theme “Photoshop” in die Tasche stecken könnte.

Wir staunten alle drei im Folgenden aber nicht schlecht, als sie genau dies tat. Mit blitzschnellen Handgriffen und unter Benutzung von sämtlichen Tastenkürzeln wurde der Hintergrund in chinatypischem Rot eingefärbt und mit einem komischen Lasso, welches ich in der Form vorher gar nicht kannte, verschwand meine “Hautunreinhaut” mit genau zwei Klicks. Da steht man dann schon dort und malt sich aus, was sie wohl aus einem machen könnte, wenn sie ein paar mehr Kniffe anwendet… Bei Malte waren es übrigens kaum mehr klicks, um seine schiefen Knöpfe am Polohemd zu einer geraden Knopfleiste zu machen.

Wir waren beeindruckt und diese Frau wird bei uns seither als “Photoshop-Crack” bezeichnet, also als eine Frau, die sehr gut ein Bildberabeitungsprogramm beherrscht.

Die Geschichte von der chinesischen mütterlichen Bildbearbeiterin, ein Blick zurück auf nur eine der vielen überraschenden Situationen in China. Bald mehr.

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1 Kommentar

  • Julian

    Sweeeet ;D

    21.12.2009, 12:13 Uhr

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