Weihnachten! In Deutschland vollständig, in China partitiell und meist nur durch hecktisch blinkende Dekoration zu erkennen. Was wir heute machen…
Es ist der 24. Dezember und ich bin nicht zu Hause. Das gab es das letzte Mal 1984 und da auch nur, weil ich weder bereits gezeugt noch im Bauch herangewachsen war. Bevor jetzt aber eine Welle des Mitleids über sämtliche Meere schwabbt: Keine Sorge, wir schlagen uns hier in Hangzhou ganz gut.
Leider hat uns das Wetter im Stich gelassen. Während wir gestern noch Sonne und 12 Grad hatten, ist es heute zwar nicht viel kälter, dafür aber stark bewölkt und sehr nebelig. Das heißt, dass wir von dem großen West Lake heute gar nicht viel gesehen haben, um den wir fast einmal rum spaziert (!) sind. Die Pagode der Sechs Harmonien war ehrlichgesagt ein reinfall: Es war so nebelig, dass der Ausblick nicht spannender war als auf einer Aussichtsplattform auf dem Bückeberg oder am Rande von Oferdingen. Schade, die große Brücke gegenüber, die über einen Fluss führt, wäre sicher eine Erkundung wert gewesen, ist aber leider komplett im Nebel verschwunden.
So sind wir also einfach um den See herumspaziert, viele viele Kilometer. Man kann hier Fahrräder leihen, aber das erschien uns bei dem Wetter auch nicht so spannend – schließlich begann es dann schließlich noch zu regnen.
Gestern war das Wetter übrigens toll und wir waren im sehr schönen Jingyin Tempel:
http://www.vimeo.com/8350100Nochmal Thema Weihnachten: Noch ist gar nicht geklärt, ob Chinesen überhaupt das exakte Datum kennen, an dem andere Kulturen Weihnachten feiern. Wir mutmaßen, dass auch in einigen Tagen noch fröhlich “Merry Christmas” auf einem glitzernen Schild im Schaufenster zu sehen sein wird. Ganz generell ist das Thema “X-Mas” aber hier in Hangzhou nur hin und wieder anzutreffen. Wir machen uns aber jetzt ein wenig auf die Suche, werden aber typische Touristenorte meiden, um nicht am Ende mit lauter Europäern so tun zu müssen, als ob wir Weihnachten in der Ferne “nachfeiern”. Ich kann mich recht gut damit abfinden ein Jahr auszusetzen. Mein Geschenk habe ich schließlich schon im September erhalten: Die Chance ein Semester in China zu verbringen.
Wir gehen heute etwas schicker essen und vielleicht später dann wirklich auch endlich einmal in ein chinesisches Kino.
Aus der Ferne wünsche ich euch allen jetzt frohe Weihnachten und mache mich jetzt auf in meinen heiligen chinesischen Abend.
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Katharina
Du hast Weihnachtspost! :o)
24.12.2009, 12:25 Uhr